Akzeptanz
Gut funktionierende Solarkocher sind eine wichtige Voraussetzung für ihre Verbreitung. Jedoch ist dies nur eine von vielen Bedingungen, die erfüllt sein müssen:
  • Bereitschaft der Bevölkerung
    Das schwierigste Problem ist, die betroffenen Menschen dazu zu motivieren, Solarkocher zu nutzen. Das verlangt von ihnen, kulturell tief verwurzelte Koch- und Esstraditionen aufzugeben und neue Verhaltensmuster zu akzeptieren und einzuüben.

    In aller Regel sind wir Menschen nicht ohne weiteres zu solchen Veränderungen bereit. – Erst wenn uns die Notwendigkeit dazu zwingt, geben wir althergebrachte und tief zu unserer Identität gehörende Gewohnheiten auf. Diese Notwendigkeit wird sich aber in den kommenden Jahren für viele Menschen ergeben.

  • Engagierte Vorbilder
    Der Umstellungsprozess hin zur Nutzung von Solarkochern wird am ehesten gelingen, wenn zunächst einige angesehene, einflussreiche Frauen einer Gruppe oder Gemeinde von der Notwendigkeit dieser Umstellung überzeugt sind und sich mit den vielseitigen neuen Möglichkeiten solaren Kochens und Backens vertraut machen.

  • Zunehmender Brennstoffmangel
    Seit vielen Jahren zeichnet sich ab, dass durch die rapide voranschreitende Verknappung und Verteuerung von Brennmaterialien in vielen Ländern die Bereitschaft zu solarem Kochen langsam zunimmt.

    Es geht dann nicht mehr um so hehre Ziele wie Umweltschutz und Erhaltung der Schöpfung, sondern um die Frage, ob man angesichts sehr hoher Preise für Gas, Paraffin oder Holz sein Essen überhaupt noch garen kann.

  • Stabile, effiziente und bedienungsfreundliche Solarkocher
    Die Umstellung wird durch gute Solarkocher besser gelingen als durch solche von zweifelhafter Qualität. Die Lazola-Initiative ist davon überzeugt, mit ihren robusten, langlebigen Kochermodellen und ihrem Konzept der Kocherfertigung dazu einen wichtigen Beitrag leisten zu können.

    In der breiten Ausführung des LAZOLA können auf einmal in mehreren Töpfen verschiedene Gerichte für ca. 15 Personen zubereitet werden.

  • Ein klares Verbreitungskonzept und langfristige finanzielle Unterstützung
    Die Armut ist in vielen betroffenen Ländern so groß, dass es für die Menschen, die Solarkocher am dringendsten benötigten, unmöglich ist, sie selbst zu bezahlen. Deshalb muss die Kocherfertigung zunächst teilweise oder weitgehend fremdfinanziert werden.

    Die Kocher können dann z.B. gegen eine moderate Mietkaufgebühr den Privathaushalten zur Verfügung gestellt werden. So könnte der Kocher schon nach relativ kurzer Zeit in das Eigentum der Nutzer übergehen. Solche Verbreitungsmodelle setzen eine überschaubare Sozialstruktur wie z. B. eine Dorf- oder Kirchengemeinde voraus.

  • In Entwicklungsarbeit erfahrene Projektträger und finanzielle Mittel
    Das auf Serienfertigung ausgelegte Lazola-Fertigungskonzept dürfte private Träger ohne Anbindung an eine in der Umsetzung von Entwicklungsprojekten erfahrene NGO in der Regel überfordern. Unter anderem ist es für NGOs mit einschlägigen Erfahrungen und Knowhow leichter möglich, Fremdmittel zu akquirieren. Außerdem sind praxiserprobte NGOs für potentielle Geldgeber vertrauenswürdiger.
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